Auslandssemester,  Campus Stories,  Purdue University,  Studium,  Study Abroad,  USA

Mein Uni Alltag in Purdue

Mein Uni Alltag sieht dieses Semester deutlich anders aus als in den letzten Semestern. Unabhängig davon, dass die letzten 3 Semester komplett online stattgefunden haben und ich mich in einem ganz anderen Land, sehr weit weg von zu Hause befinde, ist der Unterricht hier komplett anders. Generell ist man während des Semesters viel mehr gefordert und hat sehr viele Projekte und Deadlines, die man beachten muss, was das Ganze zwischendrin sehr stressig macht. Ich habe hier insgesamt 5 Kurse, die mir alle sehr viel Spaß machen. Ich habe jeweils montags, mittwochs freitags und dienstags und donnerstags den selben Stundenplan, dafür dauert eine Vorlesung aber auch nur 50 Minuten. In den Pausen oder Freistunden beitet es sich an, in einem der Studenten-Cafés auf dem Campus zu lernen. Das Gebäude der Tourismus Fakultät heißt Marriott Hall, was wirklich sehr schön ist und der Tourismus Fakultät gerecht wird. In diesem Gebäude gibt es große Study Spaces, wo es sich echt sehr gut lernen lässt, ansosten gibt es dort noch ein Café, ein Bistro und ein kleines Restaurant. Im Folgenden gebe ich euch einen kleinen Einblick in meine Kurse.

Global Culture and Tourism Geography

Mein absoluter lieblings-Kurs hier! In dem Kurs lernen wir alles Mögliche über verschiedene Länder und Kulturen und welchen Einfluss der Tourismus auf diese Destinationen nimmt. Dieser Kurs besteht aus ca 45 Teilnehmern und ist sehr interaktiv , denn der Professor verlangt viel Mitarbeit. Er verteilt pro mündliche Mitarbeit „Tickets“, die man am Ende des Semesters in Punkte einlösen muss. Auch wenn mündliche Mitarbeit eigentlich nie so meins war, gelingt es mir trotzdem ziemlich gut, aktiv mitzuarbeiten, da ich im Vergleich zu den ganzen Amerikanern schon ziemlich viel rumgekommen bin und so von meinen Erlebnissen in den jeweiligen Ländern berichten kann. Wir haben eine Menge an Projekten, die wir über das Semester machen müssen. Neben wöchentlichen Quizzes, gibt es 3 Tests im Laufe des Semesters. Den ersten Test hatte ich schon diese Woche und ich muss sagen, ich habe den Aufwand ziemlich unterschätzt. Der Test war überhaupt nicht schwer und er war sogar open book, allerdings habe ich nicht damit gerechnet, dass er so viel Zeit beansprucht. Ich saß ganze 4 Stunden an diesem Test und war danach ersmal fertig mit meinen Nerven. Ich dachte mir im Vorfeld, dass ich den Test „schnell zwischendrin“ mache und habe dann nach der ersten Frage gemerkt, dass das eher ein Tagesprojekt wird. Ansonsten müssen wir im Laufe des Semesters noch auf drei kulturelle Events gehen und darüber einen Bericht schreiben, ein Interview mit einer Person aus einem anderen Land führen und wöchentliche Projekte, die wir dann auf die Uni-Plattform hochladen müssen. Ich habe meine drei kulturellen Events schon besucht. Ich war auf dem Global Fest in West Lafayette. Das Event bestand aus Musikshows, Künstler- und Essensständen, die verschiedene Länder repräsentieren sollten. Um ehrlich zu sein waren das einfach verschiedene Kulturen, die amerikanisiert wurden. Das Menü des deutschen Essensstand bestand aus „Pretzel Bites“, „Vegan Beer Cheese“, „Vegan Brats“ mit Chipotle Sauce oder geräuchertem Cheddar und einem Pesto Pasta Salat. Natürlich war alles schön frittiert und die Pretzel hatte defenitiv nichts mit einer echten Breze zu tun und die vegane Bratwurst mit geräucherter Cheddar Sauce war auch nicht wirklich deutsch 😉. Mein zweites Event war ein American Football Spiel, was auch eine Erfahrung für sich war, worüber ich aber ein anderes Mal mehr erzähle. Mein drittes Event war ein Meditationskurs auf dem Campus, was auch ein interessantes Erlebnis war. Lustigerweise habe ich dem Großteil meiner Kommilitonen dabei geholfen einen Interviewpartner aus einem anderen Land zu finden, da die Amerikaner alle keine Internationals kennen. Ich allerdings habe hier schon so viele Studenten aus der ganzen Welt kennen gelernt, sodass ich viele meiner internationalen Freunde einem Amerikaner zugeteilt habe und versucht habe die richtigen Leute miteinander zu matchen 😉. Ein weiterer großer Bestandteil dieser Vorlesung sind die Länderpräsentationen.  Man muss jeweils in dreier Teams eine 40-minütige Präsentation über ein anderes Land halten. Man darf allerdings nicht eine Präsentation über das Land halten, aus dem man kommt, weshalb Deutschland und Israel bei mir gleich mal rausgefallen sind. Meine Gruppe und ich haben unsere Präsentation über die Schweiz gehalten und wir haben es zum Glück auch schon hinter uns. Die Präsentation ist wirklich gut gelaufen und ich habe währenddessen ein Interview mit einer Freundin aus der Schweiz gezeigt, das wir im Vorfeld aufgenommen haben. Außerdem hatten wir auch eine persönliche Videobotschaft von den Leonardo Hotels aus Zürich, was die ganze Präsentation natürlich aufgewertet hat. Der Professor war begeistert und meinte „I am blown away“.

Festivals and Special Events

Das ist mein zweitlieblings-Kurs. Ich habe hier den selben Professor und der Aufbau der Vorlesung und die einzelnen Projekte sind ähnlich. Auch hier muss ich auf Events gehen, Interviews führen und wöchentliche Quizzes machen. Meine Präsentation werde ich über die Aloha Festivals auf Hawaii halten und das Event, was ich besucht habe, war das Vegandale Fest in Chicago, ein veganes Food Festival, wo aber auch Künstler, Musiker und vieles mehr auf dem Programm standen. Das Fach ist auch inhaltlich super interessant und ich freue mich auf jede Vorlesung. Wir lernen vieles über Festivals, Meetings und Events und decken wirklich die unterschiedlichsten Formen von Veranstaltungen ab. Hier sind wir nur 16 Studenten, was das ganze auch sehr viel persönlicher macht.

Management and Organization in der Tourism Industry

In diesem Kurs dreht sich alles um das Managen eines touristischen Unternehmens. Hier sind wir ca 42 Studenten und in den ersten Wochen hatte der Professor selbst noch nicht so einen genauen Überblick, da er neu an der Purdue University ist. Im Großen und Ganzen geht es darum, dass wir selbst in die Rolle eines Managers schlüpfen und Dinge aus der Perspektive eines Managers lösen. Hier ist es auch sehr wichtig, dass wir das Buch zur Vorlesung parallel mitlesen, da die Vorlesungen auf den einzelnen Kapiteln basieren. Der Professor hat auch den persönlichen Kontakt zu mir gesucht und war sehr interessiert zu hören, dass ich aus dem Ausland komme. Er war vor allem begeistert zu hören, dass ich eine Verbindung zu Israel habe und hat mir erzählt, dass er eines Tages in Jerusalem leben möchte. Letzte Woche wurde uns aber plötzlich mitgeteilt, dass wir einen neuen Professor für diesen Kurs bekommen und mussten dann allein letzte Woche 4 Tests zur Vorlesungszeit ablegen, damit unser aktueller Wissensstand geprüft werden konnte. Zum Glück waren diese Tests aber open book, sodass es auf jeden Fall machbar war. Hier habe ich mich auch schon gleich am Anfang mit einer Amerikanerin angefreundet, die während der High School einen Schüleraustausch nach Karlsruhe gemacht hat und total begeistert war, eine Studentin aus Deutschland kennenzulernen.

Tourism Marketing

Dieser Kurs ist ganz in Ordnung, aber leider gestalten die Professoren die Vorlesungen nicht so ganz spannend. Die eigentliche Professorin hat sich ihr Bein verletzt, weshalb wir in den ersten Wochen eine Vertretung haben. Der Vertretungsprofessor hat aber leider noch nicht so viel Erfahrung im Unterrichten und da er aus Ägypten kommt, ist sein Akzent auch ziemlich stark, was das Zuhören der Vorlesung erschwert. Wir haben im Laufe des Semesters einige Gruppenprojekte, in denen wir verschiedene Marketingstrategien für eine Shopping Mall in West Lafayette entwickeln sollen, was irgendwie leider auch nicht so spannend ist. Außerdem mussten wir eine Gruppenpräsentation über neue Entwicklungen in der Tourismus Branche halten. Meine Gruppe hatte das Thema Food Tourism und mein Part war es, über zwei Beispiele aus Norwegen zu erzählen. Die Themen wurden uns einfach zugeteilt, was dazu führt, dass sich das ganze eher wie eine „Pflicht“ anfühlt und einfach weniger Spaß macht als die anderen Kurse. Auch hier haben wir wöchentliche Quizzes und ein Twitter Assignment, wo wir nach jeder Stunde twittern sollen, was wir in der Vorlesung gelernt haben. Auch hier wird es 3 Tests im Laufe des Semesters geben und ich bin schon auf das Niveau der Tests gespannt. Ich hoffe, dass sich dieser Kurs noch entwickelt und mir mit der Zeit mehr Spaß machen wird.

Essentials of Nutrition

Diesen Kurs habe ich freiwillig gewählt und wird mir in München nicht angerechnet werden. Ich belege diesen Kurs aus purem Interesse für das Thema Ernährung und habe mir gedacht, dass ich mein Auslandssemester auch für Dinge nutzen kann, wofür ich an der HM keine Optionen hätte. Dieser Kurs ist etwas anders aufgebaut als meine anderen Kurse. Hier sind wir ca 90 Studenten und wir müssen uns im Laufe der Woche die Inhalte selbst erarbeiten. Jeden Freitag treffen wir uns dann zu einer Präsenzvorlesung, wo der Professor nochmal die wichtigsten Dinge wiederholt und Fragen beantwortet. Das ist sozusagen eine hybride Vorlesungsform und eine Mischung aus Online und Präsenzvorlesung, was für diese Vorlesung aber gut funktioniert. Ich finde es gut, jeden Freitag vorbereitet in die Vorlesung zu gehen und nur nochmal das wichtigste durchzugehen, vor allem bei der größeren Anzahl an Studenten. Das Material wird uns in Form von Videos, Skripten und dem Textbuch zur Verfügung gestellt. Um den Austausch zwischen den Studenten zu fördern, sollen wir jede Woche auf einer separaten Plattform eine Frage zum aktuellen Stoff posten und zwei Fragen unserer Kommilitonen beantworten. Inhaltlich finde ich den Kurs auch sehr interessant, auch wenn es manchmal schon ziemlich amüsant ist, was in den USA als gesunde Ernährung verstanden wird. Ein gängiges Beispiel für Gemüse im Textbuch sind Pommes, oder die Tomatensauce auf der Pizza. Zu Obst zählt unter anderem auch ein Berry Pie und Erdnüsse sollen eine gute Proteinquelle sein. Dennoch ist es interessant ein paar Grundlagen in Bezug auf Ernährung zu lernen und man kann ja dann für sich selbst das relevante mitnehmen und auf seinen eigenen Lebensstil anpassen.

Das war ein grober Überblick über meine Kurse. Insgesamt macht mir der Unialltag hier sehr viel Spaß und finde die einzelnen Projekte auch alle interessant. Manchmal finde ich den Workload schon ein bisschen viel und bin ziemlich im Stress. Ich habe aber das Gefühl, dass ich sehr viel lerne und viel aus den Vorlesungen mitnehme, weil ich einfach während des Semesters viel aktiver bin und das Gelernte auch gleich praktisch anwenden kann. Es ist nicht ganz einfach mit Kommilitonen aus den Vorlesungen in Kontakt zu treten, die meisten Leute lerne ich durch gemeinsame Projekte kennen. Ansonsten wird der Unialltag hier auch noch von den Clubs ziemlich dominiert, worüber ich aber in einem anderen Post mehr erzähle.

Bis dahin ganz liebe Grüße!! Eure Eden

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.