Puerto Rico
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4 Tage auf Puerto Rico

Ende Juni hatten wir in den USA ein langes Wochenende, was sich natürlich ideal zum Verreisen angeboten hat. Da ich ja schon den Großteil der beliebtesten Destinationen innerhalb der USA besucht habe, hatte ich irgendwie Lust auf etwas „Neues“, bzw. einen Ort, an dem ich noch nicht war. Spontan haben meine Freundin Jiani aus Neuseeland und ich beschlossen, 4 Tage auf Puerto Rico zu verbringen. Unser Start auf der Insel war zwar etwas holprig, aber rückblickend kann ich sagen, dass wir eine unglaubliche Zeit hatten. Irgendwie lernt man ja aus den Fails beim Reisen auch am meisten und es sind dann doch hinterher die Highlights der Reise.

Flug

Mit United Airlines kann man von New York sehr gute Deals finden. Jedoch sollte man beachten, dass diese Deals wirklich nur das absolute Minimum, also wirklich nur den Sitzplatz und ein kleines Personal Item inkludieren, was bedeutet, dass man nicht mal ein kleines Carry On mitnehmen darf. Man kann aber entweder beim Online Check In oder am Flughafen für 35$ ein Gepäckstück dazu buchen. Puerto Rico ist bei Amerikanern ein beliebtes Reiseziel und dementsprechend voll war auch der Flug. Glücklicherweise ging der Hinflug schon um 8:00 Uhr morgens und dank der relativ kurzen Flugzeit von ca. 3 Stunden, hatten wir noch einen fast vollen Tag nach der Ankunft.

Tag #1 Old San Juan

Da unser Hotel in Old San Juan, die Altstadt der Hauptstadt San Juan, lag, haben wir unseren ersten Tag komplett dort verbracht. Old San Juan ist mit seinen vielen bunten Häusern wirklich sehr süß. Man sieht dort Häuser in den unterschiedlichsten Farben und so kann es durchaus sein, dass neben einem knallgelben Haus ein pinkes oder grünes Haus steht. Manche Fassaden haben auch Accessoires wie Blumen oder anderen verspielten Details. Das Bild der Altstadt ist fröhlich und insgesamt ist die Kulisse total lebendig und es wird pure Lebensfreude ausgestrahlt. Am Abend waren wir puerto-ricanisch essen und das Erlebnis war definitiv INTERESSANT. Die Küche Puerto Ricos ist sehr Fleisch-lastig und ansonsten wird viel mit Kochbananen gekocht. Da auch meine Freundin kein Fleisch isst, waren unser Optionen limitiert und die Kellnerin hat uns empfohlen, ein Gericht „Sweet Plantain“ zu teilen. Sie meinte, dass es eine große Portion sei und dass es eine große Empfehlung von ihr sei. Serviert wurde uns eine gekochte Banane, getoppt mit gedünstetem Gemüse, 4 Yuca Fries und einem Beilagen Salat. Es war weder genug, noch lecker, aber immerhin hatten wir ein sehr unterhaltsames Erlebnis und mussten sehr viel lachen. Für das Dessert sind wir dann zu ANITA’S gegangen, eine Eisdiele, die ursprünglich aus Tel Aviv kommt, mittlerweile aber auch einige Standorte (auch in New York) in den USA hat. Es gibt viele vegane Optionen, Acai-Eis und alles ist dort einfach unglaublich lecker. In der Hinsicht war es gut, dass wir beim Abendessen nicht zu satt geworden sind, denn so konnten wir uns nämlich das Eis schmecken lassen.

Tag #2 Ein Tag voller Fails

Dieser Tag wird uns beiden definitiv in Erinnerung bleiben. Wir hatten eigentlich einen guten Plan und vor, in die Stadt Ceiba zu fahren und von dort die Fähre zur Insel Vieques zu nehmen. Dort wollten wir eine Bio Bay Kajak Tour machen. Bei dieser Kayak Tour hätte man ein Kajak Boot mit durchsichtigem Boden gehabt und wäre durch das bioluminescent Bay gefahren. Der Plan war gut, die Umsetzung jedoch problematisch. Öffentliche Verkehrsmittel sind auf Puerto Rico nicht existent, was bedeutet, dass eigentlich nur Ubers oder Mietwägen bleiben, um von A nach B zu kommen. Da die Preise für Uber in Puerto Rico dennoch ziemlich hoch sind, waren wir überzeugt davon, dass es ja noch andere Möglichkeiten geben muss. Wir haben extra bei der Tourismusbehörde nachgefragt, wo uns gesagt wurde, dass es ganz eventuell einen Bus bis zur Stadt Fajardo gibt und dass man aber trotzdem von dort ein Uber nehmen müsste. Wir dachten uns, wir probieren unser Glück und sind zur besagten Bushaltestelle gelaufen. Dort trafen wir einen Busfahrer, der bereit war uns für einen festen Preis hin und später aber auch wieder zurückzufahren. Allerdings war sein Englisch nicht so gut und letztendlich konnte er uns doch nicht wieder heimfahren, ist mit seinem Preis aber auch nicht wieder runtergegangen. Nach dem ganzen Hin und Her sind wir dann nachmittags ca. 15:00 am Hafen angekommen, nur um dann feststellen zu müssen, dass es keine Fährentickets für das ganze restliche Wochenende geben wird. Natürlich waren wir sehr enttäuscht, da das nicht nur bedeutet hat, dass der ganze Weg völlig umsonst war, sondern auch, dass wir keine Chance bekommen würden, die Bio Bay Tour zu machen. Kurzfristig mussten wir dann einen Alternativplan für den Nachmittag finden. Im Reiseführer, der uns von der Tourismusbehörde geschenkt wurde, haben wir einige schöne Bilder von dem Strand in Naguabo gesehen. Die Fahrt dorthin wäre auch nicht lang gewesen und die Preise für Uber auch bezahlbar. Zu den fehlenden öffentlichen Verkehrsmitteln und den erhöhten Uber-Preisen kommt aber auch noch dazu, dass es gar nicht so viele verfügbare Ubers gibt. So mussten wir dann 40 Minuten auf unser Uber warten, bis wir dann endlich nach Naguabo fahren konnten. Der Fahrer hat uns angesehen, dass wir ein wenig verzweifelt waren und war wirklich sehr nett. Er hat uns viele Tipps für unsere restlichen Tage auf Puerto Rico gegeben. Außerdem hat er sich auch bereit erklärt, uns später auch wieder zurück nach Old San Juan zu fahren, zwar für einen völlig überteuerten Preis, aber wir waren froh, wenigstens eine Möglichkeit zu haben, wieder zurückzukommen. Naguabo war auch nicht so schön, wie es auf den Bildern präsentiert wurde und letztendlich haben wir dort einfach nur zu Abend gegessen. Nach dem Experiment am Vorabend, bin ich lieber auf Nummer Sicher gegangen und habe Beilagen Rice and Beans, Gemüse und Yuca Fries bestellt. Meine Freundin war etwas mutiger und hat das Nationalgericht „Mofongo“ bestellt. Monfongo ist ein Brei bzw. eigentlich „Haufen“ aus gekochten Bananen, Knoblauch und Öl, der dann entweder mit Fleisch oder in der vegetarischen Version mit Gemüse serviert wird. Da es in Naguabo sonst nichts Anderes zu tun gab, haben wir nach dem Essen auch schon unseren Uber Fahrer angerufen. Auf der Rückfahrt hat er non-stop geredet und sein Monolog ging größtenteils darum, dass er seit 14 Jahren eine große Schüssel Salat zum Frühstück isst. Wir waren einfach froh, als wir nach der 2-stündigen Fahrt endlich wieder in Old San Juan waren und haben uns nach dem ereignisreichen Tag dann noch ein Eis gegönnt.

Tag #3 El Yunque Rainforest

Nach den Fails vom Vortag, haben wir uns für die restlichen 2 Tage für organisierte Touren entschieden. An unserem 3. Tag haben wir eine Tour zum Regenwald El Yunque gemacht. Der Regenwald liegt ca. 1 Stunde von San Juan entfernt und wir wurden morgens von unserem Tourguide abgeholt. Unterwegs haben wir an einem Obstladen angehalten, wo wir von unserem Tourguide auf einen Smoothie eingeladen wurden. Das Obst in diesem Laden war wirklich wunderschön und total frisch. Die Smoothies (Mango – Papaya) waren auch ausgezeichnet und ich habe mich gefreut, dass wir diesen kleinen Zwischenstopp eingelegt haben. Im Regenwald sind wir dann zum Water Slide gelaufen, einer „natürlichen Wasserrutsche“, wo man auf den Steinen den Wasserfall runterrutschen kann. Auch wenn ich anfangs gezögert habe, habe ich es dann doch gemacht und war hinterher auch froh, dass ich es getan habe. Danach sind wir noch weiter zu einem anderen kleinen See gegangen, wo wir eine weitere Stunde geblieben sind. Leider haben wir nicht die auf der Website beschriebene Wanderung durch den Regenwald gemacht und nach dem zweiten Stopp war unsere Zeit im Regenwald auch schon wieder vorbei. Als wir beim Tourguide nachgefragt haben, warum, wir eine verkürzte Version der Tour bekommen, meinte sie, dass sie „short on time“ wäre. Auf dem Rückweg nach San Juan haben wir aber noch an einem Strand in Luiquillo angehalten. Komischerweise hatten wir für diesen Stopp schon noch Zeit. Auch wenn der Strand schön war, war es schade, dass wir nur so wenig Zeit im Regenwald verbracht haben. Die Ausschnitte, die wir von El Yunque gesehen haben, waren wirklich schön und gerne hätten wir noch mehr davon gesehen. Den Nachmittag haben wir dann nochmal in Old San Juan verbracht und waren bei einem der Schlösser.

Tag #4: Schnorchel Tour nach Culebra und Flamenco Beach

Unser letzter Tag war das Highlight während unseren 4 Tagen auf Puerto Rico! Für diesen Tag haben wir eine Tour beim Anbieter Tobias Tours gebucht. Auch hier wurden wir morgens in Old San Juan abgeholt und sind dann ca. 1:20 h mit dem Shuttle nach Fajardo gefahren. Von Dort haben wir dann das Boot genommen und sind ca. 50 Minuten zu der Insel Culebra gefahren. Unser erster Stopp war das Riff, wo wir schnorcheln konnten. Das Wasser war total klar und man hat wirklich unglaubliche Dinge gesehen. Fische, Korallen, die verschiedensten Wasserpflanzen, es war wirklich alles dabei und wirklich sehr besonders. Das komplette Equipment haben wir vom Tour-Operator bekommen und der Aufenthalt am Riff war mit ca. 60 Minuten auch wirklich so lang, dass man ausreichend Zeit hatte. Danach gab es sogar Mittagessen auf dem Boot und wir wurden auch ständig mit Softdrinks versorgt. Wer wollte, hätte sogar Cocktails auf dem Boot bekommen. Unser zweiter Stopp war der Flamenco Beach auf Culebra Island. Dieser Strand gehört zu den schönsten Stränden der Welt und ich verstehe warum. Dieser Strand ist so unglaublich schön! Das Wasser ist türkisblau und der Sandstrand ist weiß. Überraschenderweise war er auch nicht voll, sodass es wirklich sehr paradiesisch war. Wir sind den gesamten Strand auf dem Sand entlanggelaufen und konnten gar nicht genug bekommen. Dieser Ausflug war wirklich mein Highlight auf Puerto Rico und ich bin total glücklich, dass wir die Möglichkeit hatten, diesen magischen Ort zu sehen. Mit dem Boot sind wir dann wieder ca. 50 Minuten zurück zum Hafen gefahren und wurden dann wieder mit dem Shuttle zurück nach Old San Juan gebracht.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass wir trotz den ein oder anderen Herausforderungen tolle 4 Tage auf Puerto Rico hatten. Die Menschen sind sehr offen und freundlich, die Natur ist wunderschön und die Atmosphäre in Old San Juan hat mir auch gefallen. Generell würde ich einfach empfehlen, für die Zeit auf der Insel einen Mietwagen zu buchen. Man sollte auch bedenken, dass die Preise dort doch recht hoch sind, wenn man bedenkt, dass die Bevölkerung dort eigentlich nicht viel Geld hat. Attraktionen, Ubers und auch Restaurantbesuche haben definitiv ihren Preis. Außerdem ist das Essen wie schon erwähnt, sehr fleisch-lastig. Selbst vegetarische Optionen sind sehr limitiert und das meiste wird frittiert. Irgendwie erwartet man ja, dass es auf einer karibischen Insel viel frisches Obst und Gemüse geben sollte und dass es einem nicht schwerfallen sollte, sich gesund ernähren zu können. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dies eher schwierig ist und man dahingehend einfach nicht viele Möglichkeiten hat. Trotz allem, hatten wir schöne 4 Tage auf Puerto Rico! Die Natur und die Landschaften sind all die Herausforderungen wert und wenn man die paar Punkte vorher weiß, steht einem perfekten Aufenthalt nichts im Weg.

Liebe Grüße!!





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